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Licht-im-Terrarium.de

Vorwort

hqi:uv-lampen

HQI-UV Lampen

UV-HQI Lampen sind im deutschsprachigen Raum aktuell bei Reptilien der Ferguson-Zone 3 und Ferguson-Zone 4 die beliebtesten UV-Lampen. Sie sind bewährt, aber natürlich ist es extrem schwer, das Sonnenlicht perfekt nachzubilden. Die wesentlichen Vor- und Nachteile aus meiner Sicht sind:

  • Vorteile
    • Sie bieten verlässliche UVB-Bestrahlung zur Vitamin D3-Versorung von Reptilien.
    • Sie vereinen UV, Wärme und helles Licht und sind daher besonders gut für sonnenliebende Reptilien geeignet.
    • Durch das helle Licht tragen sie gut zur Ausleuchtung des Terrariums bei.
  • Nachteile
    • Infrarot-Anteil gering im Vergleich zum Sonnenlicht. In einem Abstand, in dem der gewünschte UV-Index erreicht wird, ist die Helligkeit mit > 50.000 lx oft ebenfalls ausreichend, es wird aber nicht warm genug. Die Lampen strahlen nicht genug wichtiges Infrarot-A ab. Es empfiehlt sich, zusätzlich eine Halogenlampe als Wärmequelle zu nutzen.
    • Die meisten Lampen beleuchten nur eine sehr kleine Fläche mit ausreichend Licht und UV. Bei größeren Tieren (Bartagamen, Schildkröten, …) kann es daher nötig sein, mehrere Lampen nebeneinander am Sonnenplatz zu nutzen. Eine (im deutschsprachigen Raum meiner Ansicht nach zu unrecht verpönte) Lösung wäre die Nutzung von UV-Leuchtstoffröhren.
    • Der UVA-Anteil ist bei manchen Lampen vergleichsweise hoch, dass die Lampen für Reptilien einen leichten UVA-Farbstich bzw. eine sehr hohe Farbtemperatur haben werden.
    • Die meisten Lampen haben ein Solarmeter-Verhältnis von ca. 30, trotzdem ist gerade das UV-Spektrum stark von den Quecksilberlinien dominiert und nicht sonnenähnlich. Leuchtstofflampen erreichen ein sonnenähnlicheres Spektrum im kurzwelligen UV-Bereich, allerdings fehlt dort das langwellige UVA.
    • Die Lampen altern - im Vergleich zu UVB-Leuchtstofflampen - recht schnell.
    • Es gibt - im Vergleich zu UVB-Leuchtstofflampen - größere Produktionsschwankungen, so dass die Kontrolle mit einem Solarmeter 6.5 empfehlenswert ist.
    • Vereinzelt gibt es auch UV-HQI-Lampen mit einzelnen „Brennpunkten“, diese sind auch als sehr helle Lichtpunkte mit bloßem Auge sichtbar. Diese Lampen sollten sofort entsorgt und nicht eingesetzt werden.

Geschichtliches

Metallhalogeniddampflampen sind im deutschsprachigen Raum seit Jahrzehnten in der Terraristik beliebt, weil dieser Lampentyp sonnenähnliche Beleuchtungsstärken, Wärme und ein sehr sonnenähnliches Licht erzeugen kann und die Lampen gleichzeitig wegen der hohen Stückzahlen die für die Beleuchtung im Einzelhandel benötigt werden, kostengünstig sind. Im Sommer 2007 brachte Lucky Reptile mit der Bright Sun UV den ersten Metallhalogeniddampfstrahler mit nutzbarer VitaminD-wirksamer Strahlung für die Terraristik auf den Markt. Zu Recht wurde die Bright Sun somit als „Revolution“ beworben. Kurz darauf folgten Metallhalogeniddampfstrahler von Solar Raptor und MegaRay. Inzwischen schießen verschiedene Lampen mit E27 Sockel und Reflektor-Pressglaskolben unter verschiedenen Markennamen, die wohl in größerer Stückzahl direkt von asiatischen Herstellern gekauft und dann entsprechend etikettiert werden, aus dem Boden.

Von den bekannten Metallhalogeniddampflampen ohne UV-Strahlung von z.B. Osram unterscheiden sich die Lampen nicht nur durch ihren UV-Anteil sondern durch eine grundsätzlich andere Metallhalogenid-Füllung, die ein anderes Lampenspektrum erzeugt. Die UV-HQI-Lampen sind in allen Punkten außer der Vitamin-D-wirksamen UV-Strahlung den „nicht-UV“-HQI Lampen unterlegen. Das Spektrum ist weniger kontinuierlich und weniger sonnenähnlich, hat für den menschlichen Betrachter eine schlechtere Farbwiedergabe und oft einen leichten Farbstich und die Lampen sind weniger langlebig.

Elektroinstallation

HQI-Lampen benötigen ein Vorschaltgerät und dürfen nur in Keramikfassungen (idealerweise spezifiziert bis 4 KV) mit besonders hitzeresistenten Kabeln verwendet werden. Viele Hersteller bieten steckerfertige Komplettsets an, die für Laien auf jeden Fall empfehlenswert sind.

Weitere Hinweise zur Elektroinstallation von Metallhalogeniddampflampen für Selbst-Bastler

Vorschaltgeräte

Häufig verwenden Reptilienhalter nicht die Originalvorschaltgeräte für ihre UV-HQI-Lampen, da Vorschaltgeräte anderer Hersteller wesentlich günstiger sind. Teilweise werden auch Bedenken bezüglich der Qualität der Vorschaltgeräte der Zoohandelsmarken genannt1).

Erfahrungsgemäß leuchten die Lampen mit allen Vorschaltgeräte für Halogenmetalldampflampen gleicher Leistung. Das Vorschaltgerät beeinflusst das Spektrum der Lampe und kann dazu führen, dass mehr oder weniger Vitamin-D-wirksames UV abgestrahlt wird. Wenn ein Vorschaltgerät für die richtige Leistungsstufe verwendet wird, sind die Auswirkungen aber gering im Vergleich zu den normalen Produktionsschwankungen der Lampen. Messungen von Michael Jetter an Bright Sun und Lightstorm UV-Lampen mit 35W und 70W und dem Original-EVG im Vergleich zu einem Multiwatt-EVG von Philips, zeigen nur sehr geringe Unterschiede im Spektrum

Wovon ich aber dringend abrate ist es, die UV-HQI-Lampen mit HQI-Vorschaltgeräten für eine andere Leistungsstufe (z.B. 50W Bright Sun mit 70W hqi-EVG) oder mit einem Vorschaltgerät für einen anderen Lampentyp Lampentypen (z.B. 70W Bright Sun an 100W EVG für Natriumdampflampen) zu betreiben. Zwar findet man im Internet Freiwillige, die ungeachtet der Gefahr beim Platzen der Lampe in einer Wolke giftigen Quecksilbers zu stehen, getestet haben, dass die auch dann leuchten, die Auswirkungen auf das Spektrum und die Lebensdauer der Lampen sind aber zu groß. Bei einer UV Lampe kommt es nicht nur darauf an, ob sie leuchtet, sondern auch, ob sie ausreichend Vitamin-D-wirksame UV-Strahlung abgibt. Auch bei den umschaltbaren EVGs (z.B. 50W/70W) muss gleichzeitig die Lampe getauscht werden, wenn das EVG umgeschaltet wird!

Zum Weiterlesen:

Lampenübersicht

Werfen Sie auch einen Blick in die Lampendatenbank, wo ich Messwerte zu Lampen sammle.

LIH UV Master

Für größere und sehr große Terrarien attraktiv sind die LIH UV Master Strahler, die mit 150 W, 250 W, 1000 W und 2000 W verfügbar sind [1204ULTRAVIOLET RADIATION FOR ANIMALS ROBUST AND WATER PROOF DEVICES OPERATING FROM A SAFE DISTANCE.]. Es scheint sich um HQI-Strahler ohne UV-Stopp zu halten, bei denen kurzwelliges UV durch eine Borosilikat-Scheibe im Lampengehäuse herausgefiltert ist. Diese Methode erzeugt leider kein sehr zuverlässiges UV-Spektrum, da das Borosilikat schnell altert.

Lucky Reptile Bright Sun

Lucky Reptile Bright Sun

Lucky Reptile (Import-Export Peter Hoch) vertreibt mit der Bright Sun UV-HQI Lampen mit zwei verschiedenen Spektren: “Desert” mit Farbtemperatur 6000K und höherer UVA-Strahlung (Tipp: Dessert = Nachtisch, Desert = Wüste) und “Jungle” mit Farbtemperatur 4000K und geringerer UVA- und UVB-Strahlung. Außerdem gibt es die Lampen mit unterschiedlichen Reflektoren, die “Flood”-Variante hat einen etwas größeren Abstrahlwinkel. Der Farbwiedergabewert der Desert soll bei 85, der Jungle bei 70 liegen2), die Lichtausbeute bei 50-60 lm/W3).

Als Zubehör bietet Lucky Reptile sowohl ein konventionelles Vorschaltgerät (“Bright Control“) als auch ein elektronisches Vorschaltgerät (“Bright Control Pro”) an. Lucky Reptile empfiehlt die Nutzung der E27-Keramikfassung „Thermo Socket Pro“, die ohne Elektroinstallation mit einer einfachen Steckverbindung (Wago WINSTA MINI1)) direkt mit den Vorschaltgeräten verbunden werden kann.

Ausführlicher Lampentest der Bright Sun Desert UV 50 W auf UV Guide. Ausführlicher Lampentest der Bright Sun Desert UV 35 W mini auf UV Guide.

Lucky Reptile
Lichtverteilung Lucky Reptile Spot
Bleuchtungsstärke Jungle
Lichtverteilung
Beleuchtungsstärke Desert

Solar Raptor (Econlux)

Solar Raptor (Econlux) brachte 2009 das erste wahrnehmbare Konkurrenzprodukt zur Bright Sun, die Solar Raptor HID-Lamp auf den Markt.

Repile UV (Mega Ray)

2008 brachte Reptile UV die lange angekündigte MegaRay Metal Halide auf den Markt.

Solar Raptor / Reptile UV

2011 vereinten sich die deutsche Solar Raptor (Econlux) und die amerikanische Reptile UV und entwickelten eine neue gemeinsame HQI-UV Lampe.

Asiatische Hersteller

Lampen werden wie die meisten Elektronikprodukte im asiatischen Raum produziert. Das trifft sowohl auf qualitativ sehr hochwertige Lampen zu als auch für billigen “China-Schrott”. Nicht das Produktionsland oder die Produktionsfirma sind für die Qualität entscheidend, sondern die Vertragsvereinbarungen zur Qualitätskontrolle und den Materialeigenschaften.

Die asiatischen Produzenten sprechen mit den heutigen Absatzmärkten, z.B. auf Alibaba im Internet auch direkt international Kleinabnehmer an (Beijing First and Topping Lighting Technology, ADL-Lighting). Die Lampen werden für weniger als 10$ das Stück angeboten. Es ist daher nicht überraschend das immer mehr UV-HQI Lampen von Kleinstfirmen in Europa angeboten werden. Teilweise decken sich Privathalter mit hohem Lampenbedarf mit 500 Lampen aus Asien ein und verkaufen den Großteil unter eigenem Label mit Gewinn weiter.

Ich habe hier große Bedenken dass dabei die Qualitätskontrolle der Lampen nicht eingehalten wird. Kleine Veränderungen im Produktionsprozess oder bei den zugekauften Rohstoffen (bei Lampen speziell Reinheit des Glases) können bei UV-Lampen verheerende Auswirkungen haben. Gerade bei Einzelchargen, die zu Sonderpreisen angeboten werden, habe ich Sorge, dass es sich um fehlerhafte Chargen handeln könnte, die von einer großen Zoohandelsmarke bereits abgelehnt wurde.

X-Reptile

Seit 2011 gibt es von der schweizer Firma X-Reptile die “UV-MH”.

Hobby / Dohse UV Star

Seit 2011 hat die Firma Dohse Terraristik die Hobby UV Star im Sortiment.

Es handelt sich um PAR30 (36°) Lampen in den Leistungsstufen 50W und 70W. Die Lampen gibt es als “Tropic”, “Desert” und “Power” mit 3984 / 5579 / 6060 Kelvin4).

JBL LUV

LUW (Licht-UV-Wärme) nennt JBL seine Metallhalogeniddampflampen, die seit Mitte 2011 auf dem Markt sind. In einer Präsentation wirbt JBL mit EVGs von Vossloh-Schwabe, deutscher Fertigung und einem Farbwiedergabeindex von 98. Letzteres kann ich anhand des abgedruckten Spektrums nicht glauben, sondern schätze den Farbwiedergabeindex auf etwa 70.

Die Lampen sind in 35W und 70W und mit 4000K (“jungle”) und 6000K (“desert”) erhältlich.

Lightstorm (Jetter-Terraristikbedarf)

Seit Anfang 2012 ist diese 70W, PAR30 Lampe mit 36° Abstrahlwinkel und 5800 Kelvin von Jetter Terraristikbedarf erhältlich.

Reptiles Expert

Die Firma Reptiles Expert wurde von Schildkrötenhaltern gegründet die mit dem auf dem Markt erhältlichen UV-HQI-Lampen nicht zufrieden waren. Neben der Deckung des eigenen Bedarfs für Haltung von einigen Hundert Schildkröten werden die Lampen im Onlineshop und auf Messen verkauft.

Ich nutze diese Lampe selbst gerne.

Drago-Lux Sunlight

Dragon Terraristik hat seit Sommer 2012 ebenfalls zwei Metallhalogeniddampflampen im Programm. Die Desert-Variante hat eine sehr blaustichige Farbtemperatur von 10'000 Kelvin, die Forest-Variante ebenfalls eine deutlich höhere Farbtemperatur als die Produkte der Konkurrenz: 5'000 Kelvin. Die Lampen gibt es mit 35 W, 50 W und 70 W Leistung und 40° Abstrahlwinkel .

1)
In verschiedenen Foren wurde gelegentlich berichtet, dass die Bright Control Vorschaltgeräte der ersten Generation zur Geräuschentwicklung (Pfeifen) neigen. Ich verweise dazu mangels eigenem Fachwissen auf diesen Forenbeitrag und auf die Reaktion Jürgen Hochs in einem anderen Forum und diesen Fall
4)
ich bin doch immer wieder von der Messgenauigkeit und verschwindend geringen Produktionstoleranz verblüfft, die Angabe der Farbtemperatur auf vier Stellen genau suggeriert
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hqi/uv-lampen.txt · Last modified: 2021/01/25 13:44 by sarina