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Licht-im-Terrarium.de

Vorwort

roehre:evg-kvg

Vorschaltgeräte und Dimmen von Leuchtstofflampen

Vorschaltgeräte

Das Vorschaltgerät hat die Aufgabe das Plasma in der Leuchtstoffröhre zu zünden, und danach die Stromstärke zu begrenzen. Mehr technische Details zu Vorschaltgeräten gibt es im Menüpunkt Funktionsweise. T5-Leuchtstoffröhren funktionieren ausschließlich mit EVG. Bei den alten T8-Röhren hat man die Wahl zwischen konventionellem Vorschaltgerät (KVG) und elektronischem Vorschaltgerät(EVG).

 KVGEVG
Betriebsfrequenz50 Hz 10.000 Hz bis 40.000 Hz
Flickern des Lichts40%, 100 Hz<5%, 100 Hz
Stromverbrauch bei 58 W T8-Röhre:
insgesamt ca. 71 W
bei 58 W T8-Röhre:
insgesamt ca. 55,5  W
Lebensdauer15.000 h20.000 h

Beim Betrieb am EVG mit mehr als 10.000 Hz Betriebsfrequenz mag es zunächst erstaunen, dass die Lampe weiterhin mit 100 Hz flickert, anstatt mit der doppelten Betriebsfrequenz. Der Grund hierfür ist

  • Das EVG wandelt die Netzspannung (230 V, 50 Hz) in eine höhere Frequenz um, eine gewisse Restwelligkeit des Signals mit 100 Hz bleibt dabei aber erhalten. Robert Miehle-Huang zeigt das auf seiner Webseite mit Oszilloskop-Messungen hereinspaziert.de
  • Das Flackern mit der doppelten Betriebsfrequenz wird von vielen Messgeräten aber auch allen biologischen Systemen (z.B. Auge) nicht aufgelöst, es ist also irrelevant.
    Die Quecksilberatome in der Leuchtstofflampe, die vom Stromfluss mit 10.000 Hz bis 40.000 Hz gestoßen werden, senden Licht natürlich weiterhin mit der doppelten Betriebsfrequenz aus. Die Abklingzeit der Leuchtstoffe ist jedoch deutlich länger so dass die hohe Flickerfrequenz nach dem Leuchtstoff nicht mehr so stark sichtbar ist.

Auf der schweizer Webseite von Osram gibt es eine Systemübersicht - elektronische Vorschaltgeräte die für jede Lampe das passende EVG aus dem Osram-Sortiment findet.

Leuchtstoffröhre (Dennerle Tropical De Luxe Special Plant) mit KVG. Die folgende Aufnahmenserie mit 1/1000s Belichtungszeit und konstanter Blende, ISO und Weißabgleich zeigt die unterschiedliche Helligkeit durch das Flackern und die unterschiedliche Farbgebung verursacht durch die unterschiedliche Abklingzeit der Leuchtstoffe.

flackern2.jpgflackern3.jpgflackern4.jpgflackern5.jpgflackern6.jpg

Dimmen

Leuchtstoffröhren (und Kompaktleuchtstofflampen ohne integriertes Vorschaltgerät, d.h. keine Energiesparlampen) kann man ohne größere Probleme dimmen. Vielen Menschen ist das nicht bekannt – vermutlich weil hierzu ein dimmbares elektronisches Vorschaltgerät benötigt wird, was in den Standardterrarien und Aquarien nicht eingebaut ist. Lediglich eine Einbrennzeit von knapp 100 Stunden in der die Lampe mit 100% betrieben wird, sollte eingehalten werden, damit die Lebensdauer der Lampe nicht beeinträchtigt wird.

Dimmbare Vorschaltgeräte

Es gibt bei den dimmbaren Vorschaltgeräten zwei Varianten:

  • Analog dimmbare Vorschaltgeräte mit einer 1V-10V Schnittstelle
  • Digital dimmbare Vorschaltgeräte mit einer DALI oder DSI Schnittstelle

Die Digital dimmbaren Vorschaltgeräte, insbesondere das DALI-System eignen sich besonders für größere Büroräume, da einzelne Lampen individuell angesteuert werden können. Für den Terraristikbereich ist das meist nicht nötig, analog dimmbare Vorschaltgeräte sind zudem deutlich billiger.

Das analog dimmbare EVG hat neben dem normalen Netzeingang (Erdung, N-Leiter, L-Leiter) und den beiden Ausgängen für den Lampenanschuss zwei zusätzliche Eingänge. Diese werden an ein 1-10V Potentiometer (Relais) angeschlossen. Dimmbare EVGs dieses Typs sind Herstellerübergreifend erhältlich.

Automatisches Dimmen

Einen besonderen Vorteil haben analog dimmbare Vorschaltgeräte, da sie sich mit einem kleinen Trick automatisch über eine Zeitschaltuhr herauf (Sonnenaufgang) und herunterdimmen (Sonnenuntergang) lassen. Ersetzt man das Potentiometer durch einen Kondensator, steuert der Ladezustand, und somit die anliegende Spannung, des Kondensators, die Helligkeit der Leuchtstoffröhre. Über den Strom, den das dimmbare EVG erzeugt, kann der Kondensator geladen werden, über einen Widerstand entladen werden. Je nach Kapazität des Kondensators (oder der Parallelschaltung mehrerer Kondensatoren) und Größe des Widerstands können Aufladedauer (Dauer des Sonnenaufgangs) und Entladedauer (Dauer des Sonnenuntergangs) gesteuert werden.

Verschiedene Webseiten bieten ausführliche Anleitungen, wie eine solche Steuerung gebaut werden kann:

An Netzspannung (auch die 1-10V Steuerspannung ist formal als solche anzusehen!) sollte natürlich nur derjenige basteln, der Ahnung davon hat. Die Versicherung zahlt im Schadensfall zu Recht vermutlich nicht, und gerade „Personenschäden“ lassen sich nicht immer heilen! Da es nicht besonders aufwändig ist, die Bauteile zusammen zu löten, sollte das jeder Elektriker für wenig Geld anfertigen.

Es gibt auch fertige Systeme zu kaufen. Preise erstrecken sich je nach Produkt und Bezugsquelle von 40€ bis 200€

Literatur

[185] EVG Ansteuerungen 1-10V, DSI oder DALI. Aug 2001. Spreitenbach, Switzerland: se Lightmanagement AG. 1–12. [Dokumentation].

Discussion

test188.98.109.47, 2013/04/12 00:00

kann mir wer erklären, warum nach der tabelle oben das licht bim evg mit 100hz flickert, wenn die betriebsfrequenz 40khz ist?

bitte nicht allzu technisch - bin kein „insider“

sarina, 2014/03/10 20:21, 2014/03/10 20:21

Danke für die Frage! Ich habe das gleich oben eingebaut.

GUEST: sascha, 2019/01/28 16:57

Kann mir wer sagen , wenn ich ein evg habe wo 50/60hz trauf steht ich die vorgabe für einen Tierraum aber von 100hz habe, weil die Vögel des sonst flackern sehen …

Ich bin leider zu wenig technisch versiert , passt das jetzt ?

lg und danke

sarina, 2019/01/29 16:52

Hallo Sascha, die 50-60Hz werden sich nur auf den Strom beziehen, der über den Stecker aus der Steckdose kommt. Grundsätzlich wird das Licht bei 50Hz Spannung in Deutschland aber immer ganz leicht mit 100 Hz oder mehr „flackern“. Du erfüllst deine Vorgabe also.

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roehre/evg-kvg.txt · Last modified: 2020/06/27 15:31 by sarina