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blog

Blog: Aktuelle Gedanken, Hinweise zu Webseite-Updates etc

Ich experimentiere hier mit einer Blog-artigen Struktur und schreibe kurze Texte über aktelle Gedanken, die sich (noch) nicht in einen Fachartikel einarbeiten lassen. Auch über Webseiten-Updates informiere ich hier. Wer up-to-date bleiben will, kann immer mal wieder auf diese Seite schauen.

03.05.2022 - Paper: Kaninchen ändern ihr Verhalten, wenn eine zusätzliche UVB-Kompaktleuchtstofflampe verwendet wird.

Kaninchen wurden während der Trächtigkeit und Jungtieraufzucht entweder nur mit LED-Deckenleuchten (30 lx “Dunkelheit”) beleuchtet oder zusätzlich 4/8/12 Stunden pro Tag mit 2 x 26 W 5.0 UVB-Kompaktleuchtstofflampe (chinesisches Fabrikat).

Effects of Ultraviolet-B Radiation on Behaviour, Reproductive Performance, Serum Vitamin D Status and Gene Expression in Female Rabbits

Die UVB-Bestrahlungsstärke auf Kopfhöhe war mindestens 20 mW/cm², gemessen mit einem Solarmeter 6.2. Die Tiere der Gruppen mit 8 Stunden oder 12 Stunden täglicher UVB-Beleuchtung hatten erwartungsgemäß einen höheren Vitamin-D3-Blutspiegel, zeigten aber auch deutlich mehr Aktivität, mehr Pflege ihrer Jungtiere und gleichzeitig weniger Nagen an den Gitterstäben.

Zunächst muss sich in dem Paper ein Tippfehler befinden. 20 mW/cm² UVB sind 20.000 µW/cm² UVB und damit fast 100 mal so viel wie in natürlichem Sonnenlicht. Dieser Wert bei zwei 26 W Kompaktleuchtstofflampen ist völlig unrealistisch. 20 µW/cm² in 30 cm Abstand ist hingegen ein häufiger Solarmeter-Messwert bei 26 W 5.0 Kompaktleuchtstofflampen.

Was leider in dem Studiendesign nicht berücksichtigt wurde, ist die unterschiedliche Helligkeit. Bei einem typischen 5.0-Spektrum) entsprechen 28 µW/cm² = 1760 lx. Ich gehe davon aus, dass die Lampen auch um die 1500 lux auf Kopfhöhe der Kaninchen erzeugt haben. Im Vergleich zu den 30 lx der Kaninchen ohne UVB-Lampe kann mir gut vorstellen, dass das Verhalten der Kaninchen primär durch die unterschiedliche Helligkeit und nicht durch das Vorhandensein von UVB verändert wurde.

28.04.2022 Webseiten-Update

Drei Literaturzitate zum Farbsehen bei Phelsuma hinzugefügt: photorezeptoren

25.04.2022 - Webseiten-Update: Lampentest

Neues Testprotokoll zur Narva BioVital: messprotokolle_der_von_mir_getesteten_lampen

21.04.2022 - Webseiten-Update: Menü in der Seitenleiste

Das Menü in der linken Seitenleiste zeigt jetzt endlich durch eine kräftige rote Farbe an, wo man sich beim Lesen gerade befindet.

20.04.22: Paper - Vögel bevorzugen zusätzliche Schwarzlichtröhren

Und noch ein UVA-Vogel-Paper (findet man eines, findet man viele): Differential preference for ultraviolet light among captive birds from three ecological habitats

Bei verschiedenen Vögeln des Lincoln Park Zoo in Chicago (USA) wurde beobachtet, wie sich eine zusätzliche UV-Beleuchtung auf das Verhalten der Tiere auswirkt.

In den normalen Volieren der Vögel, die sich im Inneren von Gebäuden befanden, wurden zusätzlich zur vorhanden Beleuchtung Schwarzlichtröhren (Sylvania #F40 T12/350 BL, 1.20m lang) angebraucht. Die Röhren wurden abwechseln auf der einen oder anderen Seite der Volieren angeschaltet und beobachtet, in welcher Seite sich die Vögel bevorzugt aufhalten.

Die Sylvania 350BL Schwarzlichtröhren werden in Insektenfallen eingesetzt. Der Leuchtstoff emittiert mit einem Maximum bei 350 nm Wellenlänge und fällt bei 300 nm und ca. 420 nm wieder auf Null ab. Die Quecksilberlinien bei 365 nm, 404 nm, und 436 nm sind zusätzlich sichtbar. Diese Leuchtstoffröhren sind nicht optimal für das Farbsehen von Vögeln, da diese wie Reptilien vor allem im langwelligen UVA-Bereich sehen, d.h. zwischen 350 und 400 nm. Zudem erwarte ich, dass diese Kombination von Lampen ohne UVA und einer reinen UVA-Lampe für die Vögel wenig natürlich aussehen wird. Das wäre so, als wenn wir unser Büro mit einer blauen und einer gelben Leuchtstoffröhre beleuchten würden. Zwar mischt sich das Licht in der Theorie zu Weiß, tatsächlich sind die beiden Farben aber als getrennte Farben sichtbar.

Die Autoren geben an, dass die Röhren so angebracht wurden, dass mit einem Messgerät (Blak-Ray J-221) ca. 300 µW/cm² erreicht wurden. Das entspricht dem Wert, der auch im Freien im Schatten gemessen wurde.

Das Blak-Ray J-221 ist ein sehr antiquiertes analoges Messgerät mit Messbereich 300 bis 400 nm mit maximaler Empfindlichkeit bei 365 nm. Da im natürlichen Tageslicht im Schatten die Intensität von 300 nm bis 400 nm fast linear ansteigt, die Schwarzlichtröhre aber eine glockenförmige Emission zwischen 300 und 400 nm hat, sind die Messwerte mit diesem Messgerät bei den beiden unterschiedlichen Lichtquellen nicht vergleichbar. Auch wenn die Autoren auf den gleichen Messwert 300 µW/cm² gezielt haben, ist bei gleichem Messwert im Tageslicht viel mehr UVA im für Vögel sichtbaren Bereich vorhanden als bei den Schwarzlichtröhren. Ein weiterer Denkfehler besteht darin, dass absolut der gleicher UVA-Wert angestrebt wurde, ohne gleichzeitig auch den gleichen Lux-Wert anzustreben.

Leider ist nicht klar angegeben, was an übriger Beleuchtung in den Volieren oder Gebäuden vorhanden war. Die Autoren schreiben, dass das Messgerät keine UVA-Strahlung detektieren konnte. An einer Stelle werden Metallhalogeniddampflampen und Oberlichter erwähnt. Normales Glas lässt langwelliges UVA, wie es für Vögel sichtbar ist, recht gut transmittieren. Und auch Metallhalogeniddampflampen strahlen üblicherweise langwelliges UVA ab. Obwohl also die gewählte Beleuchtung mit Schwarzlichtröhren also den UVA-Anteil im natürlichen Sonnenlicht nur sehr mangelhaft nachbildet, haben die Vögel diese Beleuchtung klar bevorzugt, insbesondere bei den Arten aus lichtintensiven Habitaten. Auch das Sozialverhalten der Tiere war ausgeprägter, wenn die Schwarzlichtröhren angeschaltet waren.

Leider auch hier keine Studie die eine wirklich hochwertige sonnenähnliche Beleuchtung mit UVA aus einer Lampe (um seltsame Farbmischeffekte auszuschließen) mit eingeschlossen hat. Trotzdem ein weiteres wichtiges Puzzleteil im Bild, ob Tiere, die UVA als Farbe sehen, auch Wert darauf legen.

20.04.22: Paper - Auch Truthähne bevorzugen mehr Licht

Noch ein Paper zu Vögeln und (UVA)-Beleuchtung: Turkeys prefer fluorescent light with supplementary ultraviolet radiation

Jeweils 15 frisch geschlüpfte Truthähne wurden in zwei identischen Räumen (3x5m) aufgezogen. Beide Räume wurde mit einer (!) 7W (!) Energiesparlampe beleuchtet (15 lx Dunkelheit). Ein Raum zusätzlich mit einer 160 W „UV-Lampe“ (Marke Claude Mixopal, nicht näher bezeichnet). Bei dieser Lampe wurden 0,0117 W/m² = 1,17 µW/cm² UVA angegeben (ohne Angabe, wie diese Werte bestimmt wurden).

Eine 7W Energiesparlampe strahlt ungefähr 400 Lumen ab. Bei der UV Lampe handelt es sich mutmaßlich um eine typische Ei-förmige Quecksilberdampf-Mischlichtlampe ähnlich Osram HWL. Die Osram HWL 160 W strahlt 3100 Lumen ab. Es gibt die Lampen aber auch mit einem schwarzen aber UV-durchlässigem Glas als Schwarzlichtlampe. Welche Variante hier verwendet wurde, bliebt unklar.

Später wurden die Tiere in einer Kombination aus drei Räumen (je 1,5 x 1,9 x 1,3 m), die mit Durchgängen verbunden waren, vor die Wahl gestellt, welche Beleuchtung sie bevorzugen: Der mittlere Raum war unbeleuchtet, ein Raum mit der 7W Energiesparlampe (15 lx), der andere Raum mit der 7W Energiesparlampe und der 160W Quecksilberdampflampe (dieses Mal 2,8 µW/cm² UVA). Zum Vergleich: Typisches Sonnenlicht hat 100.000 lx (15lx = 0,015%) und 4.500 µW/cm² UVA (2,8 µW/cm² = 0,062%). Jeweils drei Tiere gemeinsam wurden in die mittlere Kammer gesetzt und mehrere Stunden lang beobachtet. Die Position der Quecksilberdampflampe wurde mehrfach zwischen linker und rechter Kammer gewechselt.

Alle Gruppen bevorzugten die Kammer mit Quecksilberdampflampe während ihrer Aktivitätsphasen deutlich gegenüber der Kammer mit der Energiesparlampe. Während der Ruhephasen wurde auch die unbeleuchtete Kammer genutzt.

Die Autoren der Studie sehen das als Beleg, dass die Tiere UV-Beleuchtung bevorzugen. Relativ zum Sonnenlicht war in der UVA-Kammer aber auch deutlich mehr Licht vorhanden. Möglicherweise bevorzugten die Tiere nur die hellere Kammer.

19.04.22: Paper - Blaulatz-Aras bevorzugen beleuchtete Volieren

Heute hat mich mein google scolar alert auf ein open access Paper zur Beleuchtung bei Vögeln aufmerksam gemacht. Und irgendwie sind Vögel ja auch nur Reptilien (tatsächlich ist die Gruppe Schildkröten-Krokodile-Vögel untereinander enger verwandt als zur Gruppe der Schlangen und Echsen).

Impact of Broad-Spectrum Lighting on Recall Behaviour in a Pair of Captive Blue-Throated Macaws (Ara glaucogularis)

Ein Pärchen Blaulatz-Aras der Zoological Society of London lebt in einer kombinierten Außenvoliere (5,3 x 3,2 x 5,3 m) mit angeschlossenem Innenbereich (3,3 x 3,1 x 2,4 m), beides gleichermaßen strukturiert. Die Beleuchtung wurde kürzlich auf ein Hydrokultur-Set für 4 x 54W T5-Leuchtstoffröhren umgestellt, bestückt mit 2 x "Blue Growth Lights" (mutmaßlich ein handelsüblicher 865-Leuchtstoff) und 2 x “Arcadia 12%”. Am obersten Sitzplatz der Vögel wurden auf Kopfhöhe UVI 2,0 und 600 lx erreicht.

Nach der Reinigung des Innenbereichs werden die Tiere von ihrem Pfleger zum Training in den Innenbereich gerufen. Im Anschluss (und auch sonst) können die Tiere frei wählen, ob sie im Innenbereich bleiben oder wieder nach draußen fliegen. Die Zeit, die die Tiere nach dem Training im Innenbereich verbrachten wurde gemessen. Wenn die Lampen während des Trainings und im Anschluss ausgeschaltet waren (nur 50 lx “Helligkeit”) kehrten die Vögel quasi direkt nach draußen zurück, während sie bei angeschalteten Lampen deutlich länger im Innenraum blieben.

Ich bin einerseits ein bisschen überrascht, dass man wirklich untersuchen muss ob tagaktive Vögel in ihrer Voliere eine Lichtquelle bevorzugen oder in fast völliger Dunkelheit (50 lx!) leben wollen. Das zeigt, was es wohl doch noch ein Stückchen Weg ist, bis alle Tiere in menschlicher Obhut gut mit Licht versorgt werden. Andererseits freut sich mein Wissenschaftlerinnen-Herz über diese gut gemachte Studie mit so eindeutigem Ergebnis. Was ich gerne noch gesehen hätte, ist welche Art von Beleuchtung die Vögel bevorzugen. Der Titel der Veröffentlichung spricht von “Vollspektrumlicht”, jedoch hatten die Vögel ja gar keine Wahl. Ich hätte im Idealfall den Vergleich zwischen 4 Lichtquelle gemacht: (1) Standard-LED ohne UVA, (2) Sylvania Activa (die Leuchtstofflampe mit dem sonnenähnlichsten Spektrum, die ich kenne), (3) Standard-Büro-Leuchtstofflampe (Osram 960 oder 860) und (4) UVB-Röhre (die weniger langwelliges UVA hat), z.B. 4 x Arcadia 6%. Dann hätte man lernen könne, ob es den Vögeln wirklich auf Vollspektrum ankommt, oder ob es primär darum geht, dass überhaupt Helligkeit vorhanden ist.

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blog.txt · Last modified: 2022/05/04 09:11 by sarina