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blog:2023

Blog 2023: Aktuelle Gedanken, Hinweise zu Webseite-Updates etc

Hier sammle ich kurze Informationen zu Änderungen auf meiner Webseite (inkl Lampentests, Lampendatenbank, Literatursammlung), Vortragsankündigungen, und alles was sonst so nur einen kurzen Text benötigt

Link zum aktuellen Jahr und Übersicht für alle Jahre

19.12.2023: Update Webseite: Messung von IRA-Strahlung

Update der Webseite zu IRA-Messgeräten

09.12.2023: Update Webseite: Fluoreszenz

Update der Webseite zu Fluoreszenz

07.12.2023: Paper - Verhaltensänderung bei Beleuchtungswechsel

[paper]: Kane, D., Stapleton, H., Griffiths, T., & Michaels, C. (2023). Effects of different heat and light sources on the behaviour of captive reptiles. The Herpetological Bulletin, 1–9. https://doi.org/10.33256/hb166.19

ZUSAMMENFASSUNG

In drei Reptilienterrarien im London Zoo wurde die Beleuchtung verändert. - Schildkröte: Geoclemys hamiltonii - Echse: Varanus macraei - Schlange: Ecyuranus microlepidotus

Beleuchtung A (vorher): T5 HO UVB-Röhre + Mischlichtlampen

Beleuchtung B (nachher): T5 HO UVB-Röhre + Halogenlampe + HID

Die Spektren an den Beleuchtungsplätzen vorher und nachher wurden gemessen und zeigen, dass das Spektrum ausgewogener ist, mit mehr Infrarot-A-Anteil und höherer Helligkeit, oft auch mit stärkerer UVB-Strahlung. Die Tiere wurden an je 10 Tagen drei Mal täglich für 30 Minuten per Videokamera beobachtet (09:30-10:00, 13:00-13:30, 17:30-18:00) Die Aktivität wurde in vier Kategorien beurteilt: Bewegung, Sonnend, Ruhend, Versteckt. Der Aufenthaltsort wurde in vier Kategorien beurteilt: Sonnenplatz, Erhöht, Boden, außer Sicht.

Dabei wurde in den ersten 10 Tagen die alte Beleuchtung (A) verwendet, dann 10 Tage lang die neue Beleuchtung (B) und anschließend wieder 10 Tage lang die alte Beleuchtung (A).

Es gab deutliche messbare Verhaltensänderungen bei den Beleuchtungswechseln. Die Studie zeigt also, dass Beleuchtung einen Einfluss auf das Verhalten hat. Überraschend für die Autoren war daraus aber nicht klar ablesbar, dass Beleuchtung B „besser“ für die Tiere ist. Beim Wechsel von A nach B sonnten die Tiere ähnlich stark, sonnten beim Wechsel zurück zu A aber deutlich weniger. Außerdem änderte sich Häufigkeit der Bewegung wenig oder in unterschiedliche Richtungen beim ersten Beleuchtungswechsel (von A nach B), aber alle Tiere bewegten sich beim zweiten Beleuchtungswechsel (von B zurück nach A) deutlich mehr als vorher.

MEINE GEDANKEN DAZU

Da verbessert man die Beleuchtung und macht sie nach objektiven Gesichtspunkten wirklich deutlich sonnenähnlicher / natürlicher, und dann zeigen die Tiere keine eindeutige Verhaltensänderung, die zeigt, dass das Licht besser für sie ist. Mistviecher! 😉 Und dann gibt es so viele Hobby-Halter, die sagen, sie verwenden jetzt Lampe X und merken am Verhalten der Tiere, dass die Beleuchtung besser ist. Diese Studie anhand harter Fakten (beobachtete Verhaltenskategorie anhand Videoaufzeichnung) und der Wechsel zurück zur alten Beleuchtung zeigt, dass es nicht so einfach ist. Die deutlich messbaren Verhaltensänderungen zeigen zumindest, DASS Beleuchtung einen Einfluss hat. Darüber hinaus ist es aber auch generell schwierig, Wohlbefinden oder „gut für das Tier“ an Verhaltensänderungen abzulesen. Die Tiere sonnen, fressen, schlafen um ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Das werden sie unter nahezu jeder Art von Beleuchtung tun, so wie auch wir Menschen weiterhin Schlafen und Essen werden, wenn man alle Lampen in unserer Wohnung durch grünes Licht ersetzen würden. Und: Ist es „gut“ wenn ein Tier länger sonnt und aktiver ist? Oder ist es ein Zeichen von mangelnder Erwärmung am Sonnenplatz und Stress? Ich finde solche Verhaltensstudien extrem wichtig! Wir brauchen mehr davon. Aber so lange bis sie ein wirklich klares Bild über mehrere Studien und Tierarten ergeben bleibt für mich der Vergleich mit dem natürliche Sonnenspektrum zumindest recht „einfach“ messbar und daher ein möglichst sonnenähnliche Beleuchtung das Ziel.

22.11.2023

Die Lampendatenbank berechnet jetzt automatisiert die aktinische Bestrahlungsstärke relativ zur Beleuchtungsstärke. Für Lampen in der Arbeitsplatzbeleuchtung gilt ein Grenzwert von 2 mW/klm. Im Screenshot ein Beispiel einer Halogenlampe ohne Schutzglas, die UVC abstrahlt.

09.09.2023: Paper: Fallbericht zu Vitamin D3 und Verhalten bei unterschiedlicher Beleuchtung bei Komodowaranen im Zoo

Wood, M. N., Soltis, J., Sullivan, K. E., & Probst, T. Uv irradiance effects on komodo dragon (varanus komodoensis) vitamin d3, egg production, and behavior: A case study. Zoo Biology. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/zoo.21801

Wow, was für eine aufwändige schriftliche Begleitung einer kleinen Veränderung im Disney-Zoo in Florida!

Der männliche Komodwaran Chidra zog von der Außenanlage in die Innenanlage, und das Weibchen Tia von der Innenanlage nach draußen. Dabei wurden Verhalten, UV-Strahlung und Vitamin-D3-Blutwerte gemessen.

Die Pfleger stellten in dem Zusammenhang fest, dass die UV-Beleuchtung der Innenanlage unzureichend ist, und testeten 11 Lampen bzw. Lampenkombinationen mit Solarmetern 6.5 und 6.2 um eine geeignete Lampe zu finden. Die Ergebnisse der Lampentests (7 Abstände 1inch bis 8 foot = 1,5 cm bis 2,40 m) und 3 Positionen (zentral sowie 6 inch = 15cm links und rechts) füllen zwei volle Seiten im paper. Die getesteten Lampen waren Kompaktleuchtstofflampen (ExoTerra UVB150 26W, ZooMed Reptisun 10.0 13W), mehrere Quecksilbermischlichtlampen (T-Rex 160W, ReefBrite 100W, ReefBrite 160W, ZooMed Powersun 160W, MegaRay 275W) sowie T5-HO-Röhren (ZooMed Reptisun 39W 5.0, mit 1, 2, 3 und 4 Röhren). Das ist ein beachtlicher Aufwand für einen Zoo! Die Entscheidung viel auf die ReefBrite 160W-Lampe, die in 2,40 m Abstand UVI 4.1 im Zentrum und 0.4 je 15 cm zu den Seiten erreichte. Die Kombination der vier T5-Röhren schaffte nur UVI 0,7 in 2,40m Abstand. Näher wollte man die Lampen nicht hängen, damit die Tiere die Lampen nicht beschädigen können.

Ich halte diese Wahl für nicht optimal. Eine andere Kombination von T5-Röhren z.B. bei den Komodowaranen im ZLS London Zoo erscheint mir sinnvoller: Verwendet man statt der schwachen 5.0-Röhren die stärkeren 10.0 Röhren und statt 39W längere Röhren und auch mehr als nur 4 Röhren wäre ein höherer UV-Index möglich gewesen (Der Messwert UVI 5.1 in 6in Abstand selbst stimmt für 5.0 mit Messwerten anderer Reptilienhalter überein). Ein grobmaschiges Gitter könnte die Röhren bei kürzerem Abstand schützen. Selbst die Lösung mit 1000W-UV-HQI-Strahler wie bei den Komodowaranen im Haus des Meeres in Wien (Fischer2021) wäre eine Alternative (auch wenn ich das Spektrum dieser Strahler nicht sehr mag und die Alterung auch hier fraglich ist). Aber eine 160W Quecksilberlampe ist nicht ausreichend.

4 Monate nach dem Umzug ins Innenterrarium wurde die Beleuchtung gewechselt. Allerdings hat die ReefBrite Lampe bereits nach 3 Monaten fast ihren ganzen UV-Anteil verloren (durchaus typisch für Quecksilbermischlichtlampen).

Die Blutwerte des Weibchens stiegen beim Wechsel in die Außenanlage von 50 ng/mL (125 nmol/L) auf 100 ng/mL (250 nmol/L) an, fielen dann aber wieder auf den Ausgangswert ab. In die Phase mit höheren Blutwerten fällt eine Eiablage (mit Ei-Entwicklung) aber auch eine Entzündung an den Eierstöcken, die operiert wurde. Es ist für mich damit unklar, inwieweit die D3 Blutwerte durch die bessere UV-Versorgung oder durch andere Vorgänge im Körper beeinflusst wurden. Die Autoren diskutieren das auch. Es bleibt aber bemerkenswert, dass der Umzug des 8-jährigen Tieres zur ersten Eiablage seit 2,5 Jahren führte.

Die 200 nmol/L scheinen im normalen Bereich von Komodowaranen zu liegen (Gillespie2000, Nijboer2003).

Beim Männchen blieben die Blutwerte konstant bei ca. 80 ng/mL (200 nmol/L) während der ca. 6 Monate Beobachtungszeit. Das beweist nicht, dass die UV- oder Vitamin-D-Versorgung ausreichend ist. Auch andere Studien (die die Autoren zitieren) zeigen, dass die Blutwerte auch ohne Supplemente oder UV über einige Monate konstant bleiben.

Das Verhalten des Männchens wurde mehrfach in den drei Zeiträumen “draußen”, “drinnen vor Lampenwechsel”, “drinnen nach Lampenwechsel” für einige Minuten beobachtet und in die Kategorien „Ruhend“, „fester Ort“, „in Bewegung“, „Kletternd“, „Essend“, „Grabend“, „Anderes“ eingeteilt. Beim Umzug von draußen nach drinnen bewegte sich das Männchen weniger und ruhte mehr. Dieses Verhalten glich sich mit dem Lampenwechsel wieder an das alte Muster an – zumindest, wenn man die Zeiten nicht getrennt für drei Tageszeiten sondern gemittelt über den Tag betrachtet. Ich bin da nicht ganz überzeugt, dass eine einzige 160 W Quecksilberlampe ausreicht, damit sich ein Komodowaran sein Verhalten „sonnenähnlich“ verändert. Ich hielte es auch für möglich, dass der Waran durch die abrupte Veränderung von draußen nach drinnen sein Verhalten geändert hat und dann über die Zeit wieder stärker zu seinem „persönlichen Vorlieben“ zurück gefunden hat.

Lesenswerter Fallbericht!

16.01.2023: T5 HO 54W Beleuchtungseinheit zu verschenken!

Aus dem Leap Lampentest (Testbericht als PDF) sind zwei Einheiten übrig geblieben dich ich an Bastler verschenke. Die Lampen haben keine Röhren, ein verbautes EVG für 110V und kein Netzkabel.

Der oder die Bastler/in müsste als das bestehende EVG abklemmen und ein neues EVG installieren. Da das nicht in das Gehäuse passen wird, wird man das EVG wohl oben an die Lampe ankleben und hat dort dann auch Platz für das Netzkabel. Gerade in Raumterrarien für größere Schildkröten könnte das sehr gut passen.

13.01.2023 Lampentest SunLike LED von Seoul

Die “SunLike” LED Serie von Seoul ist seit einigen Jahren für ihr sonnenähnliches Spektrum bekannt und wird mit Wunderwirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden beworben. Ich habe die LEDs eingebaut in eine LEDVANCE Sun@Home Lampe über das Spektrometer erhalten und kann die Herstellerangeben weitgehend bestätigen. Im kurzwelligen Bereich sieht es etwas anders aus, aber das ist für den Menschen kaum relevant. Aus Reptiliensicht sehe ich kaum Vorteile gegenüber standard-LEDs. Das UVA fehlt auch hier. Link zum vollen Testbericht (PDF): PDF

05.01.2023 Lampentest leap T5 UVB-Röhren

PDF

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blog/2023.txt · Last modified: by sarina

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