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led:reptilien

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led:reptilien [2020/07/05 12:50]
sarina [Spezial-LED-Systeme für Reptilien]
led:reptilien [2020/08/14 16:55] (current)
sarina [LEDs mit „reduziertem Blauanteil“ / violetter Leuchtstoffanregung]
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 In der Wohnraumbeleuchtung sind LEDs mittlerweile zu Recht die bevorzugte Lichtquelle. Sie verbrauchen weniger Energie und erzeugen weniger Wärme als Glühbirnen, die inzwischen ja auch nicht mehr erhältlich sind. Hochdruckentladungslampen, die wir in der Terraristik selbstverständlich einsetzten, eignen sich für das Wohnzimmer nicht, weil sie oft zu hell sind und nach dem Ausschalten erst abkühlen müssen. Leuchtstoffröhren brauchen zu viel Platz und erzeugen eine sterile Büroatmosphäre. Helle Energiesparlampen sind zu klobig und passen nicht in die Leuchten, die für Glühbirnen entwickelt wurden. Das Quecksilber ist giftig und es besteht Gesundheitsgefahr, wenn eine heiße Lampe zerbricht, beispielsweise weil sie ein Kind oder Haustier umwirft. LEDs dagegen sind klein, sofort hell, dimmbar und im Betrieb ungiftig. Inzwischen gibt es auch viele LEDs mit einem hervorragenden weißen Licht, das dem Glühbirnenlicht in nichts nachsteht. Die EU-Verordnung 1194/2012 verbietet bereits LEDs mit einem Farbwiedergabeindex unter 80 für die Wohnraumbeleuchtung (auch wenn solche LEDs weiterhin in manchen Onlineshops zu finden sind). Der technische Fortschritt bringt hoffentlich bald ausreichend helle LEDs für die üblichen Fassungen im Wohnraum mit einem allgemeiner Farbwiedergabeindex >90, einem hohen Farbwiedergabeindex R<sub>9</sub> für rotes Licht und flackerfreien Betrieb. Informatives Blog zu LEDs als Wohnraumbeleuchtung: [[http://fastvoice.net/|fastvoice.net]] In der Wohnraumbeleuchtung sind LEDs mittlerweile zu Recht die bevorzugte Lichtquelle. Sie verbrauchen weniger Energie und erzeugen weniger Wärme als Glühbirnen, die inzwischen ja auch nicht mehr erhältlich sind. Hochdruckentladungslampen, die wir in der Terraristik selbstverständlich einsetzten, eignen sich für das Wohnzimmer nicht, weil sie oft zu hell sind und nach dem Ausschalten erst abkühlen müssen. Leuchtstoffröhren brauchen zu viel Platz und erzeugen eine sterile Büroatmosphäre. Helle Energiesparlampen sind zu klobig und passen nicht in die Leuchten, die für Glühbirnen entwickelt wurden. Das Quecksilber ist giftig und es besteht Gesundheitsgefahr, wenn eine heiße Lampe zerbricht, beispielsweise weil sie ein Kind oder Haustier umwirft. LEDs dagegen sind klein, sofort hell, dimmbar und im Betrieb ungiftig. Inzwischen gibt es auch viele LEDs mit einem hervorragenden weißen Licht, das dem Glühbirnenlicht in nichts nachsteht. Die EU-Verordnung 1194/2012 verbietet bereits LEDs mit einem Farbwiedergabeindex unter 80 für die Wohnraumbeleuchtung (auch wenn solche LEDs weiterhin in manchen Onlineshops zu finden sind). Der technische Fortschritt bringt hoffentlich bald ausreichend helle LEDs für die üblichen Fassungen im Wohnraum mit einem allgemeiner Farbwiedergabeindex >90, einem hohen Farbwiedergabeindex R<sub>9</sub> für rotes Licht und flackerfreien Betrieb. Informatives Blog zu LEDs als Wohnraumbeleuchtung: [[http://fastvoice.net/|fastvoice.net]]
  
-Die hohe Lichtqualität der LEDs gilt aber nur für das menschliche Auge. Das Sehspektrum (=> [[vis:vis|Kapitel Sehvermögen]]) von Reptilien decken die allermeisten LEDs nur sehr schlecht ab. Das Spektrum aller normalen weißen LEDs hat das kurzwellige Ende bei etwa 420 nm. Das ist technologisch bedingt und ändert sich auch nicht wenn durch andere Leuchtstoffe der Farbwiedergabeindex auf über 95 erhöht wird. Da Reptilien den Bereich zwischen 350 und 400 nm als zusätzliche Farbe wahrnehmen, kann eine solche LED für Reptilien nicht weiß wirken, sondern wird immer stark farbig erscheinen. Man kann ausrechnen, dass LEDs für Reptilien die gleiche Farbe haben wie Licht mit 485 nm – für den Menschen ist dieses Licht türkis. Aus diesen Grund empfehle ich LEDs nicht für Terrarienbeleuchtung. Zu den voraussichtlichen Folgen einer solchen farbigen Beleuchtung auf Reptilien: [[:vis:uv#versuch_einer_analogiewas_bedeutet_es_uv_nicht_sehen_zu_koennen|Kapitel Sehen: Abschnitt UV - Versuch einer Anologie: Was bedeutet es, UV nicht sehen zu können?]]+[{{ :vis:warum_leds_nicht_weiss_sind.png?400|Zusammenfassung: Warum LEDs für Reptilien nicht weiß sind. Genauere Erklärung: [[vis:lampen|Weiße Lampen für Reptilien]]}}]Die hohe Lichtqualität der LEDs gilt aber nur für das menschliche Auge. Das Sehspektrum (=> [[vis:vis|Kapitel Sehvermögen]]) von Reptilien decken die allermeisten LEDs nur sehr schlecht ab. Das Spektrum aller normalen weißen LEDs hat das kurzwellige Ende bei etwa 420 nm. Das ist technologisch bedingt und ändert sich auch nicht wenn durch andere Leuchtstoffe der Farbwiedergabeindex auf über 95 erhöht wird. Da Reptilien den Bereich zwischen 350 und 400 nm als zusätzliche Farbe wahrnehmen, kann eine solche LED für Reptilien nicht weiß wirken, sondern wird immer stark farbig erscheinen. Man kann ausrechnen, dass LEDs für Reptilien die gleiche Farbe haben wie Licht mit 485 nm – für den Menschen ist dieses Licht türkis. Aus diesen Grund empfehle ich LEDs nicht für Terrarienbeleuchtung. Zu den voraussichtlichen Folgen einer solchen farbigen Beleuchtung auf Reptilien: [[:vis:uv#versuch_einer_analogiewas_bedeutet_es_uv_nicht_sehen_zu_koennen|Kapitel Sehen: Abschnitt UV - Versuch einer Anologie: Was bedeutet es, UV nicht sehen zu können?]]
  
-===== LEDs mit „reduziertem Blauanteil“ / violetter Leuchtstoffanregung =====+{{clear}} ===== LEDs mit „reduziertem Blauanteil“ / violetter Leuchtstoffanregung =====
  
 Normale weiße LEDs erzeugen zuerst blaues Licht mit ca 430 nm Wellenlänge, welches dann von einem oder mehreren Leuchtstoffen in grünes bis rotes Licht umgewandelt wird. Im Gesamtspektrum der LED bleibt dann ein höherer Blau-Anteil übrig. Dieser kann auf der menschlichen Netzhaut zu Schäden führen (=>[[vis/bluelight]]). Es gibt daher auch LEDs, die statt blauen Lichts mit 430 nm violettes Licht  mit 410 nm Wellenlänge erzeugt. Der weitere Mechanismus mit dem Leuchtstoff bleibt gleich. Im Gesamtspektrum ist weniger schädliches blaues Licht vorhanden. Für Reptilien erstreckt sich das Gesamtspektrum etwas weiter in den UVA-Bereich. Der Ansatz klingt grundsätzlich interessant, mir erscheint der Effekt auf den Werbegrafiken der Hersteller aber eher gering. Zudem ist die Effizienz dieser LEDs geringer, was die Betriebskosten erhöht. Gegenüber alternativen Lampen sinkt damit die Attraktivität. Normale weiße LEDs erzeugen zuerst blaues Licht mit ca 430 nm Wellenlänge, welches dann von einem oder mehreren Leuchtstoffen in grünes bis rotes Licht umgewandelt wird. Im Gesamtspektrum der LED bleibt dann ein höherer Blau-Anteil übrig. Dieser kann auf der menschlichen Netzhaut zu Schäden führen (=>[[vis/bluelight]]). Es gibt daher auch LEDs, die statt blauen Lichts mit 430 nm violettes Licht  mit 410 nm Wellenlänge erzeugt. Der weitere Mechanismus mit dem Leuchtstoff bleibt gleich. Im Gesamtspektrum ist weniger schädliches blaues Licht vorhanden. Für Reptilien erstreckt sich das Gesamtspektrum etwas weiter in den UVA-Bereich. Der Ansatz klingt grundsätzlich interessant, mir erscheint der Effekt auf den Werbegrafiken der Hersteller aber eher gering. Zudem ist die Effizienz dieser LEDs geringer, was die Betriebskosten erhöht. Gegenüber alternativen Lampen sinkt damit die Attraktivität.
led/reptilien.1593946236.txt.gz · Last modified: 2020/07/05 12:50 by sarina